June 2018

Einweihung Thomas Mann Haus Los Angeles

Thomas Mann bewohnte das Haus während seines Exils. Die deutsche Regierung hat es gekauft und bevölkert es nun mit herausragenden Persönlichkeiten. Am westlichen Rand von Los Angeles liegt die vom deutschen Modernisten Julius Ralph Davidson entworfene Villa, welche mit 489 Quadratmetern zwar nicht besonders groß, aber sehr geschichtsträchtig ist.

Als in Deutschland bekannt wurde, dass das Haus, das keinen Denkmalschutz hat, zum Verkauf steht, ging die Angst um, ein Investor könne es kaufen und abreißen, um einen lukrativeren Neubau hinzustellen. Bundespolitiker und auch eine unter anderem von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller unterstützte Online-Petition setzten sich dafür ein, dass Deutschland das Thomas-Mann-Haus erwirbt.

Nach aufwendigen Verhandlungen im Auftrag des damaligen Außenministers und jetzigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier geschah dies dann für umgerechnet 12,5 Millionen Euro. Jetzt will Deutschland das Haus auf Vordermann bringen und vieles vom allzu heftigen Grün auf dem Grundstück beschneiden. Das Haus soll wieder atmen können. Bis zu fünf Stipendiaten sollen hier wohnen, wie es aus dem Auswärtigen Amt heißt. Ursprünglich schmückten das Grundstück, dessen Aussicht Richtung Pazifik im Laufe vieler Jahre zuwucherte, sieben Palmen, weshalb es auch „Seven Palms“ hieß, als der Literaturnobelpreisträger hier lebte.

Es soll ein Debattenort entstehen, von dem aus im Geiste Thomas Manns Gespräche zu grundlegenden Gegenwarts- und Zukunftsthemen auf beiden Seiten des Atlantiks, auch mit Blick auf die Region Pazifik, angestoßen werden. Das Haus soll den Kulturschaffenden vor Ort außerdem Gelegenheit zur Stellungnahme zu verschiedensten Themen sowie zur Vernetzung mit Persönlichkeiten und Institutionen in den USA bieten.