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Friedrich-Ebert-Schule Darmstadt

Darmstadt
2009 - 2012
fertiggestellt
Bildung

Geschichte der Schule

Die Geschichte der Schule ist eng mit dem Schicksal der Menschen und des Umlandes verbunden, in deren Mitte ihr Standort ist. 1939 konnten die Siedler auf ihre Heimstättenschule blicken, die am Pulverhäuserweg ihren Standort bekam und für alle Kinder gut erreichbar war. Gegen Ende des 2. Weltkrieges brannte die Heimstättenschule bis auf die Grundmauern nieder. 1945 bis 1947 wurden die Kinder der Heimstättenschule in der Bessunger Schule oder in der Mornewegschule unterrichtet, die Lehrer wechselten oft und der Unterricht war sehr lückenhaft.

Ostern 1951 wurde die Errichtung des „Altbaus“ mit drei geräumigen Pavillons abgeschlossen. Das von Peter Grund konzipierte Gebäude mit den Pavillons hatte Modellcharakter für den Schulbau in Hessen. Die Schule wurde nach dem ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert benannt. Der Altbau beherbergt fünf Kunstwerke des Malers Eberhard Schlotter die heute Denkmalschutz rechtlich geschützt sind. Dabei handelt es sich um Türen und ein Wandbild mit Motiven aus der Natur- und Märchenwelt.

1960 wurde von Schulleitung, Kollegium und Eltern der Neubau beantragt. Von 1961 bis 1962 wurde der Raumprogrammvorschlag erstellt und im Januar 1963 wurde die erste Baurate durch die Stadtverordnetenversammlung bewilligt. 1966 konnte der Neubau der Grund- und Hauptschule mit zusätzlichen Klassenzimmern, einer geräumigen Turnhalle, die auch Vereinen und Verbänden zur Verfügung steht und einem Gemeinschaftsraum (Aula) in Betrieb genommen werden. Die Hauptschule lief mit dem Schuljahr 1983/84 aus. Seit dem Schuljahr 1994/95 ist die Friedrich-Ebert-Schule eine dreizügige Grundschule mit Vorklasse.

Das Gesamtensemble besteht aus folgenden Bauteilen:

Neubau / Atriumsgebäude :

Besteht aus zwei zweigeschossigen Gebäuderiegeln mit Klassen- und Fachräumen sowie Aula und Betreuungsbereich, einer zweigeschossigen Pausenhalle und einem eingeschossigem Verwaltungsbereich (Lehrerbereich). Die 4 Gebäudeteile gliedern sich um einen begrünten Innenhof, der derzeitig nur von der Pausenhalle zu betreten ist.

Turnhalle:

An die Turnhalle gliedert sich ein zweigeschossiger Umkleide- und Lagerbereich. Im Untergeschoss befindet sich die zentrale Wärmeversorgungsanlage für das gesamte Ensemble der Friedrich-Ebert-Schule. Weiterhin befinden sich im Untergeschoss diverse Lagerräume, die von unterschiedlichen Vereinen genutzt werden.

Bauteil C:

Bei Bauteil C handelt es sich um ein zweigeschossiges Gebäude deren ursprüngliche Nutzung im Obergeschoss ausschließlich als WC-Anlage und im Untergeschoss als Fahrrad Abstellplatz genutzt wurde. Heute wird das Obergeschoss weiter als WC-Anlage genutzt, stillgelegte Bereiche jedoch auch als Abstellraum für Spielgeräte. Das Untergeschoss dient als Abstellraum für diverse Vereine.

Bauteil D:

Bei Bauteil D handelt es sich um einen zweigeschossigen Pavillon mit Räumen des Kindergartens im Obergeschoss und WC-Anlage und Pausenhalle im Untergeschoss.

Bauteil E:

Als Bauteil E werden die 3 Pavillons des Altbaus bezeichnet. Bei den Pavillons handelt es sich um eingeschossige Gebäude mit Kriechkellern. Der zu Bauteil D orientierte Pavillon ist voll unterkellert und beheimatet die Hausmeisterwohnung sowie das durch den Förderverein betriebene „Heimatmuseum“ im Untergeschoss. Bauteil E wird größtenteils durch den Kindergarten genutzt, lediglich der zu Bauteil F orientierte Pavillon beinhaltet einen Klassenraum, der durch die Schule genutzt wird.

altbau:

Ehemaliges Hauptgebäude der Friedrich-Ebert-Schule vor Errichtung des „Neubaus“. Bei dem Altbau handelt es sich um ein zweigeschossiges unterkellertes Gebäude mit Klassen- und Fachräumen. Der repräsentative Eingangsbereich auf der Stirnseite des Gebäuderiegels ist Denkmalschutz rechtlich geschützt und wird derzeit nur noch als Notausgang genutzt.

Ausgangssituation

Im Rahmen der durch die Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpakete II wurden Gelder für die Sanierung der Friedrich-Ebert-Schule eingestellt. Der weitestgehende Originalzustand des Gebäudeteils wies einige funktionale Mängel auf, die einen zeitgemäßen Schulbetrieb erschwerten. Die Ausstattung mit Klassen- und Fachräumen der Schule ist durch ihre Geschichte bedingt für die Entwicklung der Schule ausreichend. Im Lehrer- bzw. Verwaltungsbereich, innerhalb der Betreuung und im Sanitärbereich waren jedoch Funktionsräume nicht vorhanden bzw. unterdimensioniert. So existierte z.B. weder ein Besprechungszimmer noch ein Sanitätsraum. Die Sanitäranlagen sowohl der Schüler als auch des Verwaltungsbereichs waren nicht ausreichend dimensioniert. Auch fiel es beim Betreten der Schule schwer einen Ansprechpartner zu finden, da eine Orientierung zu dem Verwaltungs- und Lehrerbereich nicht vorhanden war und sich dieser in einem nicht einsehbaren Bereich befand. Der Betreuung von 50 Kindern standen zwei Betreuungsräume, eine Küche (alte Schulküche) und ein Speisesaal zur Verfügung. Nach Vorgabe des Schulamtes sollte jedoch je Zug ein Betreuungsraum zur Verfügung stehen.

Bedingt durch den Originalzustand des Gebäudes waren auch eine Vielzahl von technischen Mängeln vorhanden. Der Brandschutz wurde zwar innerhalb der letzten Jahre durch den Austausch von T30 Türen und die Errichtung von Fluchtbalkonen verbessert, entsprach aber nicht den derzeit gültigen Vorschriften. Weiterhin war durch die damalige Grundkonzeption des Splitlevels eine behindertengerechte Erschließung nur für den derzeitigen Verwaltungsbereich möglich. Es wurde zwar Anfang der 90er Jahre im Nebentreppenraum des Bauteils F ein Treppenlift installiert, der jedoch technisch völlig überaltert war.

Maßnahmenbeschreibung

Die Konzentration lag auf dem Neubau, mit der Zielführung, die strukturellen Mängel zu beseitigen und der Schule eine zukunftsweisende Raumstruktur zu geben, die zeitgemäße pädagogische Konzepte ermöglicht - Lernumgebung als „dritter Pädagoge“. Weiterhin stand die Beseitigung der brandschutztechnischen Mängel und die Herstellung einer behindertengerecheten Erschließung des Gebäudeensembles im Vordergrund.

Um die rechtlichen Vorschriften der Flucht- und Rettungswege zu erfüllen und eine behindertengerechte Erschließung des Neubaus herzustellen, wurde der derzeitige um das Atrium liegende eingeschossige Erschließungsgang vollständig rückgebaut und als zweigeschossiger Erschließungsgang neu errichtet. Durch die neue Höhenentwicklung der Geschosse war es nun möglich, im Bereich des Westflügels eine Rampenanlage zu installieren, die es ermöglicht, den im Bestand vorhandenen Höhenversatz von 0,83 Meter aufzunehmen. Der als Verwaltungs- und Lehrerbereich ausgebildete Nordflügel wurde rückgebaut und auf der Höhe (+ 0,83 m) mit neuer Nutzung (Schülerbibliothek, Ausgabeküche, Besprechungszimmer etc.) neu errichtet. Nach dieser Maßnahme war das gesamte Erdgeschoss behindertengerecht erschlossen.

Zur behindertengerechten Erschließung des Obergeschosses wurde im Bereich der Pausenhalle ein Aufzug installiert, der über die neu geschaffenen Flure die Klassenräume im Obergeschoss mit dem Erdgeschoss verbindet. Die vorhandenen Treppenaufgänge in West- und Ostflügel wurden als notwendige Treppenhäuser mit direktem Ausgang ins Freie ausgebildet. Die neu geschaffenen notwendigen Flure wurden über Rauchschutztüren von der angrenzenden Pausenhalle abgeschottet. Der alte Verwaltungs- und Lehrerbereich findet sich als Nutzungseinheit im Erdgeschoss des Westflügels, der Betreuungsbereich im Erdgeschoss Ostflügel wieder.

Die Umsetzung erforderte ein Arbeiten in verschiedenen Bauabschnitten. Nach dem Umzug der alten Betreuung vom Erdgeschoss Westflügel in eine Interimslösung Erdgeschoss Ostflügel wurde als 1. Bauabschnitt die Neugestaltung des Verwaltungsbereiches im Erdgeschoss Westflügel geplant. Die Organisation der Flucht- und Rettungswege während des 1. Bauabschnitts erfolgt in Absprache mit Bauaufsicht und Feuerwehr vor Beginn der Maßnahme.

Nach Inbetriebnahme des Verwaltungs- und Lehrerbereichs wurde, als 2. Bauabschnitt, der alte Nordflügel rückgebaut und mit seinen neuen Funktionen neu errichtet.

Im 3. Bauabschnitt wurde die Fassade der Pausenhalle im Bereich des Schulhofes ausgetauscht, die Aufzugsanlage hergestellt und der Eingangsbereichs zum Schulhof neu gestaltet.