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Haus 35 des Universitäts­klinikums Frankfurt

Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität
Frankfurt
ab 2013
im Bau
Büro, Verwaltung, Gastronomie, Logistik

Allgemein

Das Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität (KGU) in Frankfurt am Main befindet sich am Theodor-Stern-Kai in den Stadtteilen Niederrad und Sachsenhausen-Nord. In insgesamt 21 Zentren des Klinikums sind 26 Kliniken mit ca.1.250 Betten und 26 Forschungsinstitute zusammengefasst.

Hier arbeiten ca. 4.300 Mitarbeiter, darunter ca. 800 Ärzte und Wissenschaftler sowie 1.300 Pflegekräfte, die pro Jahr 42.000 stationäre und 200.000 ambulante Patienten versorgen. Mit einer Gesamtfläche von ca. 460.000 m2 und mehr als 60 Gebäuden, die in Grünanlagen gebettet und durch ein 27 km langes Wegenetz miteinander verknüpft sind, ist die Universitätsklinik Frankfurt nach den vereinigten Universitätskliniken Gießen und Marburg die zweitgrößte in Hessen.

Gemeinsam mit dem Hessischen Baumanagement entwickelt und betreut das Dezernat 4, das für die Vertretung der Interessen des Klinikums bei Baumaßnahmen des Landes Hessen zuständig ist, die diversen Projekte der Uniklinik.

Darunter fallen Umbaumaßnahmen und Sanierungen auf dem Klinikgelände sowie Neubauten und der projektierte Masterplan für das Gesamtklinikum. Im Zuge der diversen Maßnahmen des Masterplans, der eine Zentralisierung der wesentlichen Teile der Krankenversorgung im Kerngelände ermöglichen soll, wird das gesamte Gelände umstrukturiert und verdichtet.

Ein weiterer Baustein dieser Umstrukturierung war die Neuerrichtung von Haus 35 als Wirtschaftsgebäude mit Hauptküche, Zentrallager, Kantine, Seminarbereich und Verwaltung.

 

Das Vorhaben Neubau Haus 35 basiert auf den Ergebnissen einer Konzeptstudie, die von der HWP Planungsgesellschaft mbH, im Auftrag des KGU / HBM angefertigt wurde sowie einer Bedarfsmeldung, die durch das Dezernat 4 erstellt wurde. Auf Basis dieser Konzeptstudie wurde eine Bedarfsmeldung erstellt und genehmigt.

Da sich im weiteren Verlauf der Planung gezeigt hat, dass Bereiche für die Sanierung nicht oder nicht in ausreichender Tiefe untersucht wurden, das Raumprogramm in Zusammenarbeit mit den künftigen Nutzern ergänzt und überarbeitet wurde sowie die Zielsetzung der Neuplanung eine effizientere betriebswirtschaftliche Funktionszuordnung hat, wurden verschiedene Varianten untersucht, die zum Ergebnis eine Neuplanung mit erheblichen Änderungen zur Bedarfsmeldung hat.

Städtebauliche Konzeption / Leitgedanken

Die Neuplanung des Wirtschaftsgebäudes Haus 35 nutzt die Chance, nicht nur ein weiteres Funktionsgebäude innerhalb des Klinikzentrums zu errichten, sondern neben aller Funktionalität auch neue städtebauliche Qualität, durch Mehrung der Aufenthalts- und Nutzungsqualität auf dem Klinikareal zu realisieren und die analysierten, bestehenden städtebaulichen Defizite zu korrigieren. Aus der Bestandsanalyse heraus entstand die Intention, das zur Verfügung stehende Grundstück wieder besser in das Klinikareal zu integrieren, bauliche Barrieren (Tiefhof) und dadurch unterbrochene Wegeverbindungen wiederherzustellen bzw. diese neu anzuknüpfen.

Durch Optimieren der in das neue Gebäude integrierten Einzelfunktionen und das Positionieren dieser verschiedenartigen Nutzungen übereinander, wurde die Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Grundstücks erhöht. Es entstand die bauliche Möglichkeit, über den Versorgungsfunktionen, eine platzartige Zwischenebene, dreiseitig an die bestehenden Wege und Straßen anliegend, als öffentliche Nutz- und Verteilerfläche zu generieren. Auf diesem Versorgungs- und Techniksockel positionieren sich die weiteren Funktionen, bestehend aus Kantine, Fachbodenanlage und Verwaltung, als Einzelgebäude zu einem kleinen Gebäudecluster im Kernareal der Klinik.

Dieses eigenständige Ensemble hebt sich durch Typologie, deren baulicher Ausformulierung und Materialität von der umgebenden Klinikbebauung ab, erfüllt zentral gelegen und differenziert die komplexen Anforderungen der Versorgungsfunktion optimal und schafft vielfältige Aufenthaltsqualitäten für Patienten und Mitarbeiter.

 

Funktionsbereiche

Die bei der Neuplanung erfolgte Optimierung der Funktionsbereiche – Andienung, Zentrallager, Technikflächen und Hauptküche – sah diese logistischen und dienenden Funktionen nun vollständig im Untergeschoss und somit die komplette bauliche Ausnutzung und funktionale Auffüllung bzw. Überbauung des existierenden Tiefhofes vor. Dieser wird also weiterhin die zentrale Anlieferung für die gesamte Warenwirtschaft von Küche und Klinikum beinhalten, die existierenden Versorgungstunnel andienen und kann durch die Überbauung witterungsunabhängig betrieben werden. Baulich wurde der ehemalige Tiefhof so zu einem rein funktionalen Tiefgeschoss, über dem eine komplett neue Ebene, die sog. Solitärfläche entstand.